Ein Text kann isbesondere entweder wahr oder gelogen sein,
hier also über die Lüge aus meinem Buch ETWAS:
Jede Lüge führt in einen Stau in der Gedankenströmung des Gehirns
und Geistes eines Menschen. Das Erhalten derselben führt letztlich,
bei so zwangsweise fortgesetztem Lügen, zum Zusammenbruch der natürlichen
Strömungsordnung in Geist und Gehirn. Da Lügengeschichten wegen
der immerwährenden Beachtung des Tarnens derselben im täglichen
Leben zu Vernetzung von unwirklichen (erfundenen) Begebenheiten
führen müssen, einem Lügengebäude, dass irgendwann zwangsläufig,
wie jede Gefangenschaft in einem Netz, in Selbst - Strangulierung
endet, ist Lügen eine sehr gefährliche Angelegenheit. Heutzutage
jedoch ist es zu einer Art Volkssport geworden, der in der Werbung
auch noch als erfolgversprechende Lebenshaltung, „Lifestyle“, angepriesen
wird, der in Politik und Medien hemmungslos „gelebt“ wird. Man beachte
in diesem Zusammenhang auch die plastische Chirurgie, die aufschlussreicher
Weise vornehmlich von Weibern und besonders Frauen genutzt wird.
Ausweg kann eine Beichte sein. Das zeigt, welch wunderbare Idee
hinter dieser Praxis eigentlich steckt. Solche „Lügenstaus“, auf
„Psychologisch“ „Verdrängungen“, führen zu zwanghafter Realisierung
von rituellen Lebens-Vorgehensweisen, die Sinnbilder für die durch
die Lügen verdeckte „natürliche“ Begebenheit, eben die Wahrheit,
erzeugen, eben das, was Wolfgang Döbereiner mit „Zeichen“ umschreibt.
Verfertigtes, Gegenwartsbelegendes, das in seinem Existieren den
Verbrauch und so das Untergehen von Leben bedingt. Es ist an Stelle
des Eigentlichen, Wahren, in Zeit gebunden, also endlich geworden
und kündet so, als ein Fanal, von der „Sünde“ des gelogen haben’s.
Auf Ewig, unumkehrbar. Das nennt die Psychologie „Neurose“. Und
behauptet, so etwas sei therapierbar. Bon.